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Japa-Meditation

Kennst du das auch? Auf der Matte kannst du ohne Probleme abschalten? Dein Kopf ist ganz leer und was um dich herum passiert bekommst du gar nicht mit. Aber wenn du dich dann auf dein Meditationskissen setzt ist der Lärm unerträglich. Ich nenne das immer liebevoll mein "Geschnatter". Mein Kopf ist nie ruhig, ständig kreisen ziellos irgendwelche Gedanken herum. Dieses Phänomen wird unter Yogis gern als Monkey-Mind bezeichnet.

 

Ich habe eine Lösung, die bei mir (meistens) gut funktioniert.

 

Japa-Meditation

 

Bei der Japa- oder auch Mantra-Meditation sitzt du wenn möglich bequem auf deinem Meditationskissen und lässt eine Mala durch deine Finger gleiten. Bei der Berührung jeder Perle wiederholst du ein Mantra oder eine Affirmation. So bleibst du fokussiert und das Geschnatter hat keinen Raum mehr.

 

Was ist eine Mala?

 

Eine Mala ist eine im Buddhismus und Hinduismus benutze Meditationskette. Sie besteht aus 108 Perlen und eine sogenannten Guru-Perle. Was an der Zahl 108 so wichtig ist erkläre ich in meinem Artikel über 108 Sonnengrüße

Die klassische Mala besteht aus Rudraksha-Samen. Das sind die Samen des Rudraksha-Baums. In der Hindu-Mythologie bedeutet Rudraksha "Tränen des Shiva". Es wird berichtet, dass Shiva für das Wohl der Menschheit meditierte und Tränen des Mitgefühls weinte. Als die Tränen die Erde berührten wurden sie zu Rudraksha. 

Um eine Mala aufzuladen heißt es, man soll für 14 Tage jeden Tag die Japa-Meditation mit der Mala durchführen. Dann schenkt sie dem Träger Kraft. 

 

Wie finde ich die richtige Mala?

 

Malas kann man heute ohne Probleme online bestellen. In Shops wie SilverElephantMala oder MA:HI findest du wunderschöne, mit Liebe gefertigte Malas. Die Malas von Mahi kommen aus Bali und werden von Balis einziger Wasserpriesterin geweiht.

Die SilverElephantMala kommen aus Hamburg und werden nach deinen Wünschen gefertigt. 

Die richtige Mala auszusuchen ist Gefühlssache. Nimm einfach die, die dich am meisten anspricht.

Meine Mala ist aus Bali. Sie hat mich gefunden. Ich wollte eigentlich einer Freundin eine Mala mitbringen und als ich sie anprobiert hatte, wollte ich sie nicht mehr ablegen. 

 

Was ist das richtige Mantra?

 

Ich glaube das richtige Mantra für die Japa-Meditation gibt es nicht. Es muss dich ansprechen, etwas in dir berühren.

Manchmal ist es nur eine Silbe (z.B. eins der Bija-Mantras), machmal auch ein Mantra, dass einer Gottheit geweiht ist, manchmal auch einfach nur Om.

Anstatt mit einem Mantra kannst du auch mit einer Affirmation meditieren.

Aktuell tue ich das und verrate dir gern meine Affirmation:

 

Die Meditation

 

Setz dich auf dein Meditationskissen, auf den Boden oder auf einen Stuhl. Wichtig ist, dass deine Wirbelsäule sich aufrichten kann und vor allem dass du für einige Zeit bequem sitzen kannst. Nichts ist einer Meditation abträglicher als eingeschlafene Füße. Glaub mir, ich weiß wovon ich spreche.

Nimm dann die Mala in die rechte Hand. Greife die erste Perle rechts neben der Guru-Perle mit Daumen und Mittelfinger. Den Zeigefinger sollte man nicht benutzen, da er führ das Ego steht.

Es gibt aber auch Traditionen in denen man jedem Finger eine andere Eigenschaft zuordnet und je nach Stimmung einen Finger auswählt. 

 

  • Zeigefinger: Weisheit
  • Mittelfinger: Geduld
  • Ringfinger: Gesundheit
  • Kleinfinger: Intelligenz

 

Ich meditiere klassisch mit dem Mittelfinger. Vielleicht liegts daran, dass mir oft die Geduld fehlt. 

Probier einfach aus, was sich für dich am besten anfühlt. Das ist dann auch richtig.

 

Nun schließt du die Augen und sprichst laut oder leise für dich dein Mantra. Dabei berührst du die erste Perle. Wandere dann zur nächsten Perle und sprich wieder dein Mantra. Das wiederholst du so lange, bis du wieder bei der Guru-Perle angelangt bist. Lass diese aus. 

Wenn du magst, beginne den Kreislauf erneut oder beende hier deine Meditation.

 

Und zum Schluss...

 

...sei geduldig mit dir. Trotz der Hilfe des Mantras kann es am Anfang schwierig sein, dich zu fokussieren. Wenn es dir nicht gelingt, beim Mantra zu bleiben, sei gnädig mit dir, strafe dich nicht ab sondern führ dich wieder sanft zu deinem Mantra zurück.

Du wirst sehen, mit der Zeit wird es immer besser. 

Nach den ersten 14 Tagen war selbst mein Geschnatter völlig still. Und das ist ein so erhabenes Gefühl, dass ich es immer wieder haben möchte.

Ich trage meine Mala wann immer ich kann (auf der Arbeit geht es leider nicht). Immer wenn Gefühle in mir aufsteigen wie Unruhe, Ärger oder auch Langeweile wandern meine Finger ganz automatisch zu einer Perle und ich drehe sie zwischen den Fingern. Das schenkt mir Gelassenheit. 

 

 

Wenn du magst, lass mir doch einen Kommentar da und berichte von deinen Erfahrungen mit der Japa-Meditation. 

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